{4F805597-AC32-42F4-9EE2-BAD88CE3B8B2} Israel Stoppt Zuzug Athiopischer Falaschmura
Search Advanced
Home Aliyah & Absorption Partnerships with Israel Jewish Zionist Education Regions 
You are here :   Home About Us Press Room In The News 2008 2 Israel Stoppt Zuzug Athiopischer Falaschmura
About Us
Our Mission
Leadership
Board of Governors
Letters From The Chairman
Operation Promise
History
Our Partners
Press Room
Press Releases
Aliyah Statistics
In The News
Year In Review
Annual Report
Information Center
Resources

Israel Stoppt Zuzug Athiopischer Falaschmura

August 24, 2008

Gelobtes, fernes Land

VON INGE GÜNTHER

Jerusalem. Eigentlich kann sich Masaret Assafa (32) glücklich schätzen. Der Falaschmura aus Äthiopien hat im Winter die ersehnte Einwanderung nach Israel geschafft, zusammen mit seiner jungen Frau und zwei Kindern. Aber seine Geschwister musste Assafa zurücklassen.

Ein ähnliches Schicksal teilen Tausende. Israels Regierung findet, dass es genug ist mit den Falaschmura. Anders als den "echten" äthiopischen Juden wurde ihnen ohnehin nie das Rückkehrrecht zugestanden. Die Falaschmura, deren Vorfahren vor über hundert Jahren unter sozialem Druck zum Christentum konvertierten, gelten als Sonderfall. Zu Tausenden hat Israel sie seit Ende der 90er Jahre unter Auflagen ins Land gelassen. Aber nun ist die gesetzte Quote von 35 000 erfüllt. In diesem August landete ein letztes Flugzeug mit 65 Falaschmura in Tel Aviv. Auch die Jewish Agency, die bei der Aliya hilft, dem "Aufstieg" nach Israel, hat ihren Mann aus Addis Abeba abgezogen. 8700 Falaschmura blieben im Transitlager von Gondar zurück.

"Ausreise des Geldes wegen" Ihre Verwandten, die es rechtzeitig nach Israel schafften, wollen sich damit nicht abfinden. Mit Fotos ihrer Lieben in Händen demonstrierten sie dieser Tage vor dem Jerusalemer Premiersitz. Auch Assafa hat so ein Familienporträt. Er hofft, dass es seinen Schwestern und Brüdern darauf nicht so geht wie seiner Mutter. Die habe jahrelang von Jerusalem geträumt. Dann starb sie.

Nicht alle äthiopischen Juden sind von derlei Einwänden beeindruckt. Danny Adeno Abebe, der 1984 mit der legendären "Operation Moses" ins Land kam und heute als Journalist arbeitet, hat die Falaschmura generell im Verdacht, "nicht so sehr wegen des Judentums, sondern des Geldes wegen" hergekommen zu sein. Das verstärke nur die Vorurteile, denen man als schwarze Minderheit in Israel ohnehin ausgesetzt sei. "Die Mehrheit akzeptiert uns doch nur, weil wir jüdischen Glaubens sind." In der Tat gilt die Integration der Zuwanderer aus Schwarzafrika als problematisch. Die meisten konnten bei der Ankunft weder lesen noch schreiben. Es kam vor, dass Toiletten zum Hühnerstall umfunktioniert wurden, weil man anderes nicht damit anzufangen wusste. An jüdischem Nachhilfeunterricht mangelt es aber nicht. Denn von den Falaschmura wird eine Rückkehr zum Judentum gemäß der Halacha, dem strengen Religionskodex, verlangt. Um gute Israelis zu werden, gingen viele von ihnen auch in die Armee.

Jedenfalls fanden sie Fürsprecher unter Rabbinern wie in der jüdisch-amerikanischen Diaspora. Auch die religiös-orientalische Schas-Partei in Israel nahm sich der Falaschmura an. Deren Chef Eli Jischai geißelte den Zuwanderungsstopp gar als "rassistisch". Unter russischen Immigranten gebe es ebenfalls einige, die nicht der Halacha genügten. Warum also bei denen aus Äthiopien strengere Kriterien ansetzen?

Im Premierbüro sieht man die Sache lieber pragmatisch. Nur mit der kollektiven Einwanderung der Falaschmura sei es jetzt vorbei, heißt es dort. Auf Basis des Rückkehrrechts oder der Familienzusammenführung sei individuelle Einwanderung nach wie vor möglich. Masaret Assafa und seiner Familie bleibt noch eine Chance.

Copyright © FR-online.de 2008


Send to A Friend
  
Print
Back to Top
Info Center Resources Ask us Issues that matter
Home Site Map Privacy
Friday 05 December, 2008 (c) All rights reserved to the Jewish Agency יום שישי ח' כסלו תשס"ט